Was der Körper wirklich braucht – ein Gespräch mit Jörg Fuhrmann
Über Huminsäure, Omega-3 und die Frage, warum Darmsanierung kein Wellness-Thema ist
Ich habe mich mit Jörg Fuhrmann vom freiraum-Institut in Stein am Rhein über etwas gesprochen, das in der Naturheilkunde erstaunlich selten in dieser Klarheit ausgesprochen wird: Welche wenigen Substanzen wirklich einen Unterschied machen — und warum die meisten Menschen an ihnen vorbeigehen, während sie Regale voller Kapseln kaufen.
Das ganze Gespräch gibt es jetzt auf YouTube.
Warum ausgerechnet Jörg Fuhrmann
Jörg Fuhrmann arbeitet seit zwei Jahrzehnten mit dem Nervensystem. Trance, Atemarbeit, der polyvagale Ansatz nach Stephen Porges, Krisenbegleitung. Er kommt also aus einer völlig anderen Richtung als ich — von oben, sozusagen, vom Nervensystem her. Ich komme von unten: vom Darm, von den Mineralien, von der Zelle.
Und genau deshalb war dieses Gespräch so ergiebig. Denn wir sind uns in der Mitte begegnet.
Ein Nervensystem, das nicht in Ruhe kommt, kann nicht heilen — da hat Jörg vollkommen recht. Aber ein Nervensystem, dem die Bausteine fehlen, aus denen es besteht, kommt auch mit der besten Atemtechnik nicht in Ruhe. Man kann jemanden nicht in den Parasympathikus hineinatmen lassen, wenn seine Zellmembranen aus Frittierfett gebaut sind und sein Darm eine stille Dauerentzündung unterhält.
Vier platte Reifen kann man nicht auf zwei aufpumpen und dann sagen, das genügt jetzt.
1. Huminsäure: der Türsteher an der Darmschleimhaut
Huminsäure ist für mich seit Jahren die Grundlage — nicht das Extra, nicht das Zusatzprodukt. Die Grundlage.
Sie entsteht dort, wo Pflanzen über Jahrtausende zu Humus geworden sind. Und sie kann etwas, das kaum ein anderes Naturprodukt kann: Sie legt sich wie ein Schutzfilm über die Darmschleimhaut. Sie bindet, was nicht in den Körper gehört — Schwermetalle, Toxine, bakterielle Abbauprodukte — und sie tut das, bevor diese Stoffe die Schleimhautbarriere passieren.
Alexander Swidsinski von der Berliner Charité hat mikroskopisch gezeigt, was dort passiert. Die Arbeiten von Vašková und Aeschbacher haben die biochemische Seite ergänzt. Das ist ein gut dokumentierter Mechanismus.
Im Gespräch mit Jörg ging es dann um den Punkt, der mir am wichtigsten ist: Huminsäure repariert nicht. Sie schafft Bedingungen. Sie nimmt der Schleimhaut die Dauerbelastung ab, unter der sie steht — und dann macht der Körper den Rest. So wie er es immer tut, wenn man ihn lässt.
2. Omega-3: das Öl, aus dem Ihre Zellen gebaut sind
Fett ist kein Brennstoff. Fett ist Baumaterial.
Jede einzelne Ihrer Zellen ist von einer Membran umgeben, und diese Membran besteht aus Fettsäuren. Aus denen, die Sie essen. Nicht aus denen, die Sie sich wünschen. Wenn über Jahre hinweg vor allem Omega-6-Fettsäuren aus Sonnenblumenöl, Rapsöl, Fertigprodukten und Getreidemast in Ihren Körper wandern, dann werden Ihre Membranen daraus gebaut — steifer, entzündungsfreudiger, schlechter durchlässig.
Und dann wundern wir uns, dass Nährstoffe nicht in die Zelle kommen.
Der Mensch hat sich über Jahrhunderttausende mit einem Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis von etwa 2:1 bis 4:1 entwickelt. Heute liegen viele Menschen bei 15:1, 20:1, manche deutlich darüber. Das ist keine Kleinigkeit am Rand. Das ist eine Veränderung an der Bauweise jeder einzelnen Zelle.
Genau darüber haben Jörg und ich gesprochen — und darüber, warum das gerade für das Nervensystem so entscheidend ist. Das Gehirn besteht zu einem erheblichen Teil aus Fett. DHA ist dort kein Nice-to-have, sondern Struktur.
3. Messen statt raten
Was mich am Ansatz von Eqology überzeugt hat, ist nicht in erster Linie das Öl. Es ist, dass man nachschauen kann.
Bei den meisten Nahrungsergänzungsmitteln nimmt man etwas ein und glaubt daran. Hier gibt es einen einfachen Trockenblut-Selbsttest: ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere, auf eine Karte, in den frankierten Umschlag, ins Labor. Man bekommt sein tatsächliches Fettsäureverhältnis schwarz auf weiß — den Ausgangswert. Und nach etwa vier Monaten misst man noch einmal.
Dann sieht man, ob sich etwas bewegt hat. Oder eben nicht.
Das ist für mich der eigentliche Wert. Nicht das Versprechen, sondern die Überprüfbarkeit. Eqology gibt an, seit 2015 mehr als 800.000 solcher Tests ausgewertet zu haben — und dass neun von zehn Getesteten unterhalb des optimalen Bereichs lagen. Ich sehe in meiner Praxis nichts, was dem widerspräche.
Was das Pure Arctic Oil ausmacht
- 100 % arktischer Kabeljau, gefangen zwischen 67° und 80° nördlicher Breite
- Rückverfolgbar bis zum Fangschiff — für jede Charge sind die Koordinaten bekannt
- Kein Konzentrat, kein synthetischer Zusatz — natürliches Vollspektrum-Öl
- Kombiniert mit biologischem, kaltgepresstem Olivenöl extra nativ — arktische und mediterrane Ernährung in einer Flasche
- Vitamin D3 ist bereits enthalten
- 10 ml Tagesdosis liefern rund 1.420 mg EPA und DHA sowie 20 µg Vitamin D3
- MSC-zertifizierte, nachhaltige Fischerei
Frisches Öl schmeckt nach nichts Schlimmem. Wenn ein Fischöl unangenehm aufstößt, ist es meistens schon ranzig gewesen, bevor Sie es geöffnet haben. Das ist ein Punkt, über den im Interview auch gesprochen wurde.
4. Darm-Detox: nicht die Kur, sondern die Reihenfolge
Der dritte große Themenblock im Gespräch war die Darmsanierung.
Vorsicht! Entgiftung ist kein Ereignis. Sie ist ein Zustand, den der Körper permanent aufrechterhält — über Leber, Galle, Niere, Lymphe, Haut und eben den Darm. Was wir tun können, ist nicht „entgiften“. Was wir tun können, ist: aufhören, den Weg zu blockieren, und dann unterstützen, was ohnehin läuft.
Und dabei zählt die Effektivität. Darm Detox gibt es seit über 10 Jahren. Mehrere Hundert Tausende haben diese Darm Detox Kur schon erfolgreich gemacht. Ich selbst mache sie regelmäßig jedes Jahr. Einmal Hausputz für mein Innenleben.
Die Huminsäure hilft über das ganze Jahr. Der ständige Begleiter. Alle drei Komponenten sind notwendig, um die Basis für Gesundheit zu schaffen.
Der rote Faden
Wenn ich das Gespräch auf einen Satz eindampfen müsste, dann auf diesen:
Man kann in einem System nicht gesund werden, das einen krank gemacht hat.
Dieselbe Lebensmittelindustrie, die uns über Jahrzehnte mit billigen Omega-6-Ölen versorgt hat, verkauft uns heute die Kapsel dagegen. Der Brandstifter arbeitet mit der Feuerwehr zusammen.
Der Ausweg ist nicht, mehr zu kaufen. Der Ausweg ist, die wenigen Dinge zu tun, die tatsächlich tragen — und sie konsequent zu tun, lange genug, und mit einer Messung am Anfang und am Ende, damit man nicht glauben muss, sondern wissen kann.
Ihr Körper heilt sich selbst. Er ist so komplex, dass kein Mensch von außen in seine Funktionen eingreifen kann. Was wir tun können — und müssen — ist, die Bedingungen bereitzustellen.
Genau darüber haben Jörg Fuhrmann und ich 90 Minuten lang gesprochen.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung oder ärztliche Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise.


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